6: Zusammenfassung
Lassen wir zu guter Letzt das Gesagte Revue passieren, so hoffen wir, Ihnen die folgenden Kernthesen vermittelt zu haben:
Kernthesen zu den drahtlosen Technologien:
GSM/UMTS, Wireless LAN (802.11b/g/n) und Bluetooth sind die künftigen Standardtechnologien im M-Busines.
GSM/UMTS wird die Standardtechnik im WAN-Bereich sein. UMTS bringt gegenüber GSM inklusive HSCSD bzw. GPRS eine Verbesserung, aber keinen Quantensprung aus Sicht des Endkunden.
802.11b/g/n wird die Standardtechnik im LAN-Bereich sein.
In einigen Anwendungsfällen werden GSM/UMTS und Wireless LAN direkt konkurrierende Alternativen sein. Bei diesen Anwendungsfällen wird sich Wireless LANaufgrund der wesentlich besseren Kostenstruktur durchsetzen.
Bluetooth wird die Technik im PAN-Bereich sein.
Sondertechniken wie TETRA und GSM-Rail werden für spezielle Einsatzbereiche benötigt.
Die UMTS-Versteigerung hat dazu geführt, dass sich der UMTS Business Case nur über mehr als zehn Jahre rechnet. Dies ist aus Unternehmenssicht eine hohe Belastung. Aus Sicht der Steuerbehörden ist die Versteigerung die bisher effektivste Art, Steuern auf freiwilliger Basis einzutreiben.
Kernthesen zu den Endgeräten:
Durch die Konvergenz von Kleincomputern (PDAs) und Mobilfunkgeräten entstehen Smartphones, die sich als zukünftiger Standard für die Oberklasse der mobilen Endgeräte durchsetzen werden. Diese Smartphones werden vorrangig Betriebssysteme auf der Basis von Windows CE oder EPOC nutzen.
Preislich unter den Smartphones werden Feature Phones als Weiterentwicklung normaler Handys den Markt beherrschen. Die Feature Phones werden in der Lage sein, Java-Programme und Spiele auszuführen.
Mobilfunkfunktionen werden in andere Geräte eingebaut werden und deren Nutzen massiv erhöhen.
Das wichtigste Beispiel für diese Hardware-Integration ist das Auto, wo sich Mobilfunk, Navigation, Internet, Digital Radio sowie MP3 treffen werden.
Kernthesen zur Marktentwicklung:
Die Marktentwicklung für M-Business wird durch Machtkämpfe gekennzeichnet sein. Diese werden auf den Ebenen technische Standards, Zugangstechnologien, Geschäftsmodelle und Kundenzugang geführt. Die wichtigsten Mitspieler bei diesen Machtkämpfen sind:
Mobilfunkbetreiber (Netzwerkbetreiber und Service Provider),
Content-Lieferanten (Redaktionen und Aggregatoren),
Diensteanbieter (firmeninterne und firmenexterne Dienste)
Hardware-Integratoren (Automobilhersteller usw.)
Hardwarelieferanten (Lieferanten der Endgeräte und Infrastruktur)
Bei diesen Machtkämpfen treffen u.a. die Standards und Geschäftsmodelle der Telekommunikationsbranche auf die Standards der Informationstechnologiebranche. Im Rahmen dieses Machtkampfes wird die Telekommunikationsbranche relativ an Macht verlieren. Die Standards der Informationstechnologiebranche, d.h. die Internet-Standards, werden an Einfluss im Bereich der mobilen Kommunikation gewinnen.
Die Entwicklung von tragfähigen Geschäftsmodellen für alle Beteiligten entscheidet über den Erfolg oder Misserfolg von M-Business.
Der wirtschaftliche Erfolg von i-mode und der wirtschaftliche Misserfolg von WAP sind in den Geschäfts- und Partnerschaftsmodellen begründet. Technologische Unterschiede haben den Erfolg bzw. Misserfolg verstärkt, aber nicht verursacht.
Kernthesen zur Planung und Umsetzung
Bei der Planung und Umsetzung von M-Business-Geschäftsmodellen sollte ein inkrementell-iteratives Verfahren genutzt werden.
Bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen sollten jeweils die Geschäftmodelle aller anderen Beteiligten berücksichtigt werden.
Das „Geschäftsmodell“ eines Endkunden basiert auf einem nahezu konstanten Budget für Telekommunikation.
Sinnvolle Geschäftsmodelle für interne Projekte von Firmen beruhen vorwiegend auf Einsparungen durch verbesserte Effektivität.
Sinnvolle Geschäftsmodelle für externe Projekte basieren vorwiegend auf direkten Einnahmen für Inhalte und Dienstleistungen. Indirekte Einnahmen durch Werbung werden im mobilen Internet eine wesentlich geringere Rolle spielen als im stationären Internet.

